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Das Marienlob
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MARIENLOB in Lied und Musik“ – eine Konzertreihe im Wandel der Zeit

Das Marienlob in Bochum-Stiepel begann Anfang der fünfziger Jahre als Marienvesper mit Gebeten und Gesängen, die bisweilen musikalisch durch ortsansässige Kirchenchöre unterstützt wurden. Mit der Zeit wandelte sich die mehr liturgisch geprägte Vesper in die ungebundene Form des Konzertes, das jedoch neben seinem künstlerischen Anspruch immer auch der Besinnung dienen sollte, um so dem Gnadenort gerecht zu werden.

Aus Gebeten und Wallfahrtsliedern wurden Choräle für Doppelchöre, Toccata für Orgel, ja sogar Ausdruckstanz im Kirchenschiff. Bei all dem gilt der Grundsatz des hl. Benedikt: „Auf dass in allem Gott verherrlicht werde.“ Das Lob der Gottesmutter Maria hat seinen Ursprung im Magnificat. Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.“ (Lk 1,46-48)

Marienlob ist also immer ein Eingedenksein der Herrlichkeit Gottes, die sich in seinen Geschöpfen, ja am reinsten in Maria, widerspiegelt. Dieses Eingedenksein bedeutet für die Seele „Erquickung“ in einer Zeit, die die Gloria Dei, d. h. die Herrlichkeit Gottes zu wenig betrachtet. 

Durch die heutige Form des Konzertes ist es möglich, alle Menschen anzusprechen, die der Einladung zu einer Stunde musikalischer Erbauung folgen möchten. Das Konzert ist nicht konfessionell begrenzt. Ja, selbst Menschen, die nicht getauft sind, können einen Zugang zum Schöpfer über die Musik finden. Dass dies an einem Gnadenort Mariens geschieht, wo schon seit fast einem Millennium Maria verehrt wird, gibt dem Konzert seinen eigenen Auftrag für unsere Zeit.

Die Konzertreihe „MARIENLOB in Lied und Musik“ ist weit über die Stadtgrenzen Bochums hinaus bekannt. Künstler, die im Rahmen eines Konzertes in der Stiepeler Wallfahrtskirche gastierten, sind immer wieder von der Atmosphäre und der Akustik dieses Kleinods auf den Stiepeler Höhen begeistert. Musik kann vielleicht die unmittelbarste Sprache der Verständigung zwischen verschiedenen Völkern, Nationen und Religionen sein. Wie? Wenn sie sich dem Anspruch stellt, Gott zu verherrlichen. Singen und Musizieren soll - wie beim gregorianischen Choral der Mönche - gleichsam vom Himmel „abgelauscht“ sein.

Dass dies geschieht, darauf achtet seit nunmehr 25 Jahren der Organisator Chordirektor Heinrich Jansen. Er legt größten Wert auf Qualität und ist immer wieder auf der Suche nach Neuem. Ob Chöre, Ensembles, Duos oder Solokünstler jedes Konzert ist für sich etwas Besonderes. Ihm gelten unser aller Dank und unsere große Anerkennung für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement.

Stiepel, April 2005 


P. Dr. Maximilian Heim O.Cist.

Prior des Zisterzienserklosters Stiepel